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VICHY/Fra 2009
Nach absolvierten etwa 2.600km
im Auto möchte ich aus meiner Sicht einen kurzen
Bericht zum Saisonhöhepunkt unserer beiden Aktiven
Nikola Gruber und Liza Szucsich geben.
Beide haben sich mit Ihren
Ruderkolleginnen Theresa Stöbich (WSV Ottensheim)
und Katharina Leichter (Ister Linz) sehr intensiv
auf den Wettkampf vorbereitet. Alle 4 Ruderinnen waren
über die ganze Vorbereitung gesund und konnten aus
meiner Sicht wirklich sehr gut trainieren. Mit der
Vorstellung und dem festen Willen dort um eine Medaille
mitfahren zu können sind wir sehr froh nach Vichy
(Frankreich) gefahren.
Vichy ist eine
geschichtsträchtige Stadt, die auch dem Sport sehr viel
Raum und Platz bietet. Die Regattastrecke liegt direkt
in der Stadt auf einem kleinen Stausee. Der Fluss Allier
wird dort gestaut und stellt sicher ein sehr gutes
Ruderrevier dar. Die Unterbringung war aus meiner Sicht
gut und das Essen ebenso. Ein wenig langweilig war das
Leben abseits der Ruderstrecke, weil einfach nichts los
war. Aber wir sind ja nicht zum Feiern gekommen sondern
um schnell zu rudern.
Der Coup de la
Jeunesse wird von 12 Nationen getragen und fand heuer
zum 25. Mal statt. Diese Veranstaltung wurde für jene
Mannschaften geschaffen, die entweder die Qualifikation
für die Weltmeisterschaften nicht geschafft haben oder
für das nächste Jahr aufgebaut werden. Auf jeden Fall,
so das vorweggenommene Resümee, eine Veranstaltung, wo
doch auch sehr gutes Niveau gezeigt wurde. Die
Österreichische Mannschaft war in 5 Bootsgattungen
vertreten.
Im Juniorinnen 4- (Vierer ohne) gab es 7 Meldungen (zum
Beispiel gibt es bei der Weltmeisterschaft auch 7
Meldungen), wobei die großen Nationen wie England,
Niederlande und Italien vertreten waren. Bei 7 Meldungen
gibt es den Modus, dass 2 Vorläufe ausgefahren werden
und die Mannschaft mit der langsamsten Zeit ausscheidet.
Der Coup de la Jeunuesse wird im Regattamodus
abgehalten, sprich Vorlauf und Finale an einem Tag.
Samstag: Hier waren die Gegnerinnen
im Vorlauf England, Niederlande und Irland. Unter dem
vorher genannten Aspekt ging es in erster Linie darum
eine Mannschaft zu schlagen und wenn dies nicht gelingt
so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen (das sollte so
und so immer Gültigkeit haben).
Vom Start weg ging es leider nicht
so gut - die 4 jungen Damen mussten von Beginn des
Rennens hinterher jagen und versuchen an den anderen
Mannschaften dran zu bleiben. Es ergab sich recht bald,
dass die Mannschaften aus England und Holland doch
eindeutig stärker waren und die Irinnen sich absolut mit
allen Mitteln versuchten zu wehren. Bei 1000m lagen sie
noch eine Bootslänge hinter den Irinnen, dann kam das
Boot immer besser in Fahrt, ab 300m vor dem Ziel kam der
Zielsprint so richtig auf Touren und die Irinnen wurden
noch ganz hauchdünn auf den vierten Platz verwiesen.
Damit war das erste Ziel geschafft, nämlich das
Erreichen des Finales.
Finale: Dieses
lässt sich leider ganz einfach beschreiben - alles
versucht aber leider ist nichts gelungen. Vom Start weg
gleich am letzten Platz, versuchten sie zwar das Beste
daraus zu machen, aber schlussendlich muss nüchtern
festgestellt werden, dass wir an diesem Tag einfach zu
schwach waren. Damit galt das Motto „Neuer Tag - Neues
Glück“. Das Ergebnis:
Großbritannien-Spanien-Niederlande-Irland-Italien-Österreich.
Sonntag: Die Auslosung für den zweiten Tag war nicht
gerade ideal für uns - wir bekamen mit den Spanierinnen
und den Niederländerinnen die Nummer 2 und 3 vom Vortag
zugelost. Der Tag war auch gekennzeichnet davon, dass
das Wetter recht unterschiedlich war. Gerade bei unserem
Rennen ging ein sehr starkes Gewitter nieder. Der Wind
begann auf Gegenwind zu drehen und damit waren die
Chancen die Qualifikation zu schaffen leider sehr
gering. Der andere Lauf, bei dem sich drei Boote
gegenseitig antrieben, hatte eindeutig bessere
Windverhältnisse.
Der Vierer ging wie besprochen das Rennen sehr engagiert
an und versuchte von Beginn an mit den beiden Booten
mitzufahren - was auch zu Beginn sehr gut gelang. Die
Holländerinnen setzten sich nach etwa 700m ab und die
Spanierinnen blieben immer in Reichweite unseres Bootes.
Im Grunde genommen war das Rennen ein einziger Sprint -
sie versuchten über den Kampf die Qualifikation zu
schaffen - schlussendlich kamen sie nicht einmal mit
einer Länge Rückstand auf die Spanierinnen als Dritte
ins Ziel (die dann fast das Finale gewonnen hätten).
Jetzt begann das Warten. Das Ergebnis war dann doch
ernüchternd traurig. Wir waren nur das siebent
schnellste Boot und damit ausgeschieden. Es fehlten
läppische 7 Zehntelsekunden auf den Einzug ins Finale.
Für die aus meiner Sicht nachteiligen Verhältnisse ein
wirklich herzeigbares Ergebnis, das uns zwar nicht
glücklich gemacht hat, aber...
Aber am Schluss steht trotzdem sich nicht für das Finale
qualifiziert zu haben.
Das Resümee:
Die jungen Damen haben viel Zeit,
Kraft und Energie aufgewendet um ein klar beschriebenes
Ziel zu erreichen. Es war ein Traum der leider nicht
realisiert werden konnte - auch das ist ein Teil
unseres Lebens. Für die Erreichung des Traumes haben sie
sehr viel eingesetzt und dafür gehört ihnen auch unsere
volle Anerkennung und Wertschätzung.
Ich hoffe trotzdem, dass sie mehr
positives als negatives mitnehmen. Technisch gesehen
waren wir auf jeden Fall sehr gut unterwegs, woran es
schlussendlich gefehlt hat, ist jetzt so kurz danach
noch nicht genau zu sagen. Fest steht, dass wir einfach
zu langsam waren.
Walter Kabas
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